Auswandern mitten rein in die Natur

Auswandern, aussteigen, die Welt bereisen: Freigeister Teil 5

Aussteigen, den Job an den Nagel hängen, sein Zuhause hinter sich lassen und sich einfach auf und davon machen – wer träumt nicht manchmal vom Auswandern. Laura und Tom aus Regensburg haben es gewagt. Auf der Suche nach innerem Glück und dem Gefühl von echter Freiheit haben sie sich entschieden, nicht nur ein Sabbatical einzulegen, sondern wirklich einen Schlussstrich unter ihr altes Leben zu ziehen. In Teil 5 unserer Serie „Freigeister – Außergewöhnliche Outdoor-Projekte“ berichten sie über ihren Weg raus aus dem gesicherten Alltag, rein ins große Abenteuer.

Auf Eurem Blog Nomads & Rebels schreibt ihr, es war „Zeit für einen Mutausbruch“. Ein schönes Bild übers Auswandern! Was steckt dahinter?

Laura: Im April 2018 haben wir sozusagen das Projekt unseres Lebens gestartet: Wir haben unsere Jobs gekündigt, unsere beiden Wohnungen untervermietet, alles Unnötige verkauft, den kleinen Rest in unseren Bus geladen und sind Richtung Südeuropa aufgebrochen, um die Welt zu sehen und unser Leben in eine neue Bahn zu lenken.

Was hat Euch zum Auswandern bewegt?

Tom: Wir kommen aus einer wunderschönen Stadt (Regensburg), hatten zwei gute Jobs (Laura im PR-Bereich, ich als Maschinenbauer), zwei schöne Wohnungen, einen tollen Freundeskreis. Eigentlich ein gutes Leben. Aber richtig glücklich waren wir trotzdem nicht. Unser Alltag war oft geprägt von Stress, Hektik und viel zu wenig Zeit für unsere Leidenschaften.

Laura: Wir wollten mehr vom Leben, länger und aufregender reisen, als unsere Urlaubstage das jemals erlaubt hätten. Also haben wir auf unsere Herzen gehört, die sich nach einem Neuanfang, mehr Freiheit und mehr Abenteuer sehnten.

Auswandern von seiner schönsten Seite
Fernab vom Massentourismus bereisen die beiden „Nomads & Rebels“ die Welt – möglichst naturnah und am liebsten mit ganz viel Sonne im Gepäck.

Und habt Ihr das dann auch bekommen – mehr Freiheit und mehr Abenteuer?

Laura: Oh ja! Und zwar auf allen Ebenen: Es ist unbeschreiblich, wie unsere Köpfe nach einigen Reisewochen immer freier und freier wurden. Sobald Körper und Geist vollständig entspannt sind und alles Belastende aufgearbeitet haben, fängt es an, in Dir zu brodeln. Vor Ideen und Energie. Wir sind kreativer und mutiger als je zuvor, einfach weil wieder so viel Platz im Kopf ist!

Das macht ja richtig neidisch! War aber sicher auch nicht leicht zu erreichen, oder?

Tom: Alte Denkmuster und gewohnte Lebensstile in Frage zu stellen und eigene Wege zu gehen, ruft immer Skeptiker und Zweifler hervor – auch im engsten Familien- und Freundeskreis. Fest zu seinen Traumplänen zu stehen, ist in der Anfangsphase beim Aussteigen und Auswandern das allerwichtigste. Zu zweit ist das natürlich etwas einfacher, aber auch wenn man sich allein auf weiter Flur fühlt: Es gibt immer Gleichgesinnte, die man in Blogs, Foren oder auf Meetups treffen kann.

Alle anderen To-Dos, die ein Neuanfang oder eine lange Reise verlangen, sind nur Hürden im Kopf. Denn alles lässt sich irgendwie regeln. Alles!

Was braucht man, um das Projekt „Auswandern“ durchzuziehen?

Laura: Träume, dann Pläne, dann Ziele. Humor schadet auch nicht. Denn es wird sicher manches anders laufen, als gedacht. Aber so ist das Leben!

Das Abenteuer Auswandern. Nomads & Rebels haben es gewagt
Auswandern verändert den Blick. Laura und Tom ernähren sich inzwischen vegan und versuchen, ihren ökologischen Fußabdruck so klein wie möglich zu halten.

Auswandern heißt irgendwie auch, in Bewegung zu bleiben. Was plant Ihr als nächstes?

Laura: Da ist so viel! Wir sind gerade auf den Philippinen, nachdem wir im Herbst unseren Van in Deutschland abgestellt haben, und beschäftigen uns mehr und mehr mit einem nachhaltigen Lebensstil. Ob vegetarisches Essen oder das Minimieren von Plastik – wer sich die Welt mit offenen Augen anschaut, beginnt fast automatisch ein bewussteres Leben. Und dann gibt es natürlich schon 1001 Ideen für unseren Reiseblog und für unsere Selbstständigkeit, denn in unser altes Leben möchten wir nicht wieder zurückkehren.

Gibt es einen Outdoor-Tipp, den Ihr unbedingt weitergeben wollt?

Tom: Geh‘ einfach raus! Laufe eine Runde im Wald, spaziere über die Felder, unternimm eine Wanderung in die Berge oder schlag‘ das Zelt im Garten auf – ganz egal! Hauptsache man gönnt sich seine nötige Dosis Natur. Das erdet, relativiert Probleme und lädt die Akkus wieder auf!

Ohne welches Outdoor-Zubehör könntet Ihr nicht leben?

Laura: Man kann fast alles mit den einfachsten Mitteln bewältigen, aber ein Paar gute Wanderschuhe und ein hochwertiger Rucksack bringen mehr Spaß, mehr Sicherheit und sind meist eine Investition fürs Leben. Über alles, was gegen Mosquitos hilft, würden wir das gleiche behaupten 🙂

Sich einfach treiben lassen: Auswandern
Den Moment genießen, völlig im Hier und Jetzt aufgehen – das Projekt „Auswandern“ ist für Laura eine Herzensangelegenheit.

Wie sieht für Euch der perfekte Tag in der Natur aus?

Laura: Hier ticken wir tatsächlich unterschiedlich. Tom würde wohl mit dem Motorrad in die Berge brausen, die Isar entlangwandern, wieder stromabwärts mit dem Packraft paddeln und abends am Ufer grillen und zelten. Ich würde morgens eine Runde am Beach meditieren, eine kleine Wanderung durch den Wald machen und danach mit unserem VW-Bus Freunde am See treffen und gemeinsam kochen.

Wenn Ihr von heute auf morgen an jedem Ort dieser Erde sein könntet, wo wäre das?

Tom: Wir wären genau im Hier und Jetzt (also aktuell auf den Philippinen), denn all unsere anderen Traum-Destinations werden wir ja sowieso noch besuchen.

Wandern und Auswandern
Auswandern und Aussteigen heißt für Laura und Tom: der Natur ganz nahe sein, Kulturen zu entdecken und den eigenen Horizont zu erweitern.

Zum Abschluss noch unser freigeist-Dreier:

1) Was bedeutet „Freigeist sein“ für Euch?

Tom: Freigeist zu sein bedeutet für uns, konventionelle Denkmuster und ausgetretene Pfade zu verlassen. Sich selbst zuzutrauen, anders zu sein, mehr zu fühlen und aktiver zu handeln. Seinen Freigeist kann man trainieren, indem man hinterfragt und reflektiert. So ähnlich kann man auch seinen freien Willen stärken und ausbilden. Indem man etwas ausprobiert und wagt.

2) Wann fühlt Ihr Euch frei?

Laura: Wenn wir nackt am Strand liegen können (haha). Ansonsten halten wir es wie Astrid Lindgren, die mal sagte: „Freiheit bedeutet, dass man nicht alles so machen muss wie andere Menschen.“

3) Wenn Ihr eine Sache auf der Welt verändern dürftet: Was wäre das?

Laura: Dann würden wir schon morgen in einer Welt aufwachen, in der fossile Brennstoffe Geschichte sind. In der wir all unsere Energie aus der Kraft der Natur holen. Diesem Planeten bleibt gar keine andere Möglichkeit, als diesen Weg zu gehen. Wie grandios wäre es, wenn wir alle zusammen diesen Weg sofort einschlagen würden!?

Noch mehr übers Aussteigen, Reisen, Querdenken und Glücklichsein liest Du auf www.nomadsandrebels.de. Tolle Bilder und Anregungen für ein nachhaltiges und erfülltes Leben gibt’s auf dem Instagram-Kanal von Laura und Tom.

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